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Neues Jahr, neues Glück

„Geschichten einer Gartenverrückten“ steht neuerdings als Untertitel auf meiner Startseite. Den Kopf geschüttelt haben meine Nachbarn ja schon oft, wegen der Villa Kunterbunt, wegen des Getreides im Wiener Kleingarten, wegen der Pudelhauben im Winter oder wegen des Gärtners Gustav. Ganz zu schweigen von meiner Vielzahl an Beeten und Bereichen, die die meisten Vorübergehenden mit einem „Dass Sie sich das antun…“ kommentieren. Ich steh dazu. So und nicht anders will ich meinen Garten haben, sollen sie mich doch alle für ein verrücktes Alien halten.

Dass bei meinen unzähligen Ideen die Realität nicht immer Schritt halten kann, liegt auf der Hand. Immer wieder machen mir Pflanzen einen dicken Strich durch die Rechnung, wie etwa das Federgras, das durch sein üppiges Wachstum das geplante Präriebeet ruiniert hat (Bilanz 2025). Samen, die nicht aufgehen, ein Gemüsebeet, das trotz Kompost, täglichem Gießen und wöchentlichem Lockern und Jäten nicht in die Gänge kommt, Wildpflanzen, die sich partout ihren Platz an völlig ungeeigneten Stellen erobern. Trotzdem starte ich jedes Jahr voller Zuversicht in die Saison, dass heuer alles so klappt, wie ich es mir vorstelle. 2026 ist da keine Ausnahme.

Da wir im Juni eine dreiwöchige Deutschlandtour geplant haben, stellt sich die Frage nach Gemüseanbau diesen Sommer gar nicht. Schon im Herbst habe ich das Gemüsebeet weitgehend mit Ribiselsträuchern und Erdbeeren bepflanzt. Sollten die Erdbeeren allesamt während unserer Abwesenheit reif werden (was natürlich eine Hundsgemeinheit wäre), kann ich die kleine Nachbarin engagieren, dass sie mit ihrem kleinen Bruder das Beet plündert. Sie kommen gerne zu mir helfen, am liebsten fischen die beiden in den Miniteichen nach Algen und freuen sich, wenn sie die Molche sehen. Ein Freund meines Sohnes, der gerne plant und gestaltet (er hat die Sichtschutzwand im Feuerdornbeet professionell aufgestellt, Gartentagebuch 2025 13. April), hat mir seine Hilfe bei der Planung und Anlage einer automatischen Bewässerungsanlage zugesichert. Die ist nötig, weil meine Tochter mittlerweile in der Steiermark arbeitet und als Urlaubsbetreuung nicht mehr zur Verfügung steht. Darüberhinaus wird die Bewässerung auch mir den ganzen Sommer über die Arbeit erleichtern und das Getröpfle ist ohnehin besser als mein Schlauch. Ich muss mich dann nur mehr um die Spezialfälle kümmern. Das wird mit der neuen stylischen Gießkanne vom Christkind (danke, liebe Kinder!) das reinste Vergnügen sein.

Am meisten freue ich mich auf das Feuerdornbeet, das seine Anfänge hinter sich hat und erstmals komplett zusammenwachsen wird. Die meisten Stauden haben sich gut etabliert, was kümmerte, habe ich versetzt, nur die Riesenflockenblume, die ich von der Gartenbaumesse Tulln mitgebracht habe, macht mir Sorgen. Binnen zwei Tagen haben sie die Schnecken komplett abgefressen, sie hat zwar noch einmal versucht auszutreiben, aber wirklich sichtbar ist sie nicht mehr geworden. Ich werde im Frühjahr fleißig Ausschau nach ihr halten und ihr sofort einen Schneckenkragen verpassen, wenn sie noch lebt. Gespannt bin ich auch, wieviel von dem Klappertopf in der Blumenwiese aufgeht und ob er wirklich der versprochene Graskiller ist. Kältereiz zum Keimen hat er ja genug. Da fällt mir ein, ich hab noch vom letzten Geburtstag einen Sarastro-Gutschein! Na so ein Pech aber auch! Christian träumt schon von einem Kurzurlaub im Innviertel mit Mostbratl und Bier aus regionalen Brauereien, ich würde auch mit der Bahn an einem Tag hin- und herfahren. Auf alle Fälle wird der Gutschein heuer verbraten. Eine Idee für ein neues klitzekleines Beetchen habe ich auch schon…

Wie immer kann ich die neue Gartensaison kaum erwarten. Letzte Woche war ich im Garten nachschauen, ob der Frostwächter seine Aufgabe erfüllt, und bin wie immer alle Beete abgegangen. Oh Gott, keine Wildtulpenspitzen?! Beruhig dich, es ist der 29. Dezember, viel zu früh! Ich musste über mich selbst lachen. Aber das Schneeglöckchen lugt schon aus der Betonritze hervor und macht Lust auf Kommendes. 2026 wird ganz gewiss ein wunderbares Gartenjahr!

Eure Flora

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Christian Dollesch

    Super neues Design, jetzt können auch Blinde wie ich das Ganze ohne Lupe lesen

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