Dunkle Tage
Da sind sie wieder, die kurzen, dunklen Tage vor Weihnachten. Tage, an denen man oft das Gefühl hat, es wird gar nicht richtig hell. Tage, an denen mein Energielevel so auf Sparflamme brennt, dass der Gedanke an einen Winterschlaf gar nicht so abwegig ist. Tage, an denen wir uns beglückwünschen, dass wir nicht im tristen Garten, sondern in einer heimeligen Innenstadtwohnung wohnen. Die stille, besinnliche Adventzeit eben.
Dabei ist es alles andere als gelassen. Kekse backen, Wohnung schmücken, Geschenke besorgen, Freunde zum Punschtrinken treffen… jeden Tag ist was los. Nach einigen Jahren Pause habe ich mich heuer wieder auf die Weihnachtsbäckerei gestürzt. Da wir nächste Woche mit unseren Kindern und deren Freunden eine Punschjause ausgerufen haben, müssen wir nicht alles selber essen und ich kann in Rezepten schwelgen. Ich versuche mich zu erinnern, wie ich das vor zwanzig Jahren geschupft habe, 40-Stunden-Woche, zwei kleine Kinder und abends schnell zwei, drei Sorten Kekse in den Ofen schieben (oder langsam, wenn die Kinder unbedingt helfen wollten). Jetzt habe ich zwar den ganzen Tag Zeit, aber mehr als einen Teig schaffe ich nicht auf einmal. Trotzdem, die Dosen füllen sich. Und wir sind heilfroh, dass wir unsere ursprüngliche Idee, heuer eine Neuauflage unseres legendären Adventfestes im Garten (siehe „Das Gartenfest„) zu veranstalten, wegen der überbordenden Logistik gleich wieder aufgegeben haben.
Dabei gäbe es ja noch eine Menge zu tun, was wir uns „für den Winter“ vorgenommen haben, weil man da angeblich sooo viel Zeit hat und eh nix anderes machen kann. Planen, sichten, ordnen. Einmal alle Kästen aufräumen und ein bisschen ausmisten zum Beispiel. Ein paar Klassiker (wieder)lesen. Die Fotos, die auf dem Computer zu Tausenden schlummern, durchsehen. Endlich einen genauen Gartenplan erstellen und die Beete neu durchplanen (und diesmal so, dass ich der Chelsea Flower Show Konkurrenz machen kann). Den Arbeitskalender für den Garten, den ich seit einigen Saisonen führe, in eine allgemeingültige To Do-Liste umwandeln. Die Homepage von Grund auf umgestalten und mich mit SocialMedia-Kanälen beschäftigen, um mehr Leser*innen anzulocken. Mpff! Ebenso, wie wir „im Sommer“ ganz bestimmt den Dachboden im Garten durchforsten werden, wird auch der Keller von der Wohnung überfüllt bleiben und ich werde wie jedes Jahr erst einmal alles ausräumen müssen, um an den Christbaumschmuck zu kommen. Und wie jedes Jahr werde ich danach alles kritiklos zurückstopfen, Hauptsache, die Kellertür geht zu. Nächsten Winter dann, da haben wir eh monatelang Zeit.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Advent,
Eure Flora