Mein Liegeplatz

Der Bereich neben dem Haus war jahrelang mehr oder weniger ungenutzt. Mitten in der Wiese liegt ein Wasserschacht, der Wasseranschluss war ein hässliches Rohr. Ich kaufte eine attraktivere Wasserleitung und pflanzte Blutweiderich und ein paar Gräser rundherum. Nun, da der Platz schon freundlicher aussah, stellte ich immer öfter meine Liege in das ruhige Garteneck.

vorher
nachher

Bald ging mir das umständliche Gras mähen rund um das Ensemble auf die Nerven und ich begann, über eine Terrasse nachzudenken. Hilfsbereite (männliche) Freunde waren gleich mit guten Ratschlägen bei der Hand: Schottern, betonieren, Steher für einen Sichtschutz zum Nachbargarten einmauern… Nein, das wollte ich gar nicht. Zum Entsetzen aller beschloss ich, die Wiese einfach mit Terrassenfliesen zu belegen und vier Pfosten einfach in die Erde einzugraben. Ganz ohne Beton ging es dann doch nicht, weil die Pfosten zu instabil waren, also platzierte ich oberirdisch Pflanzringe rundherum und goss die Zwischenräume mit Beton aus. Dann spannte ich eine Schilfmatte auf und fertig war mein Sichtschutz.

Bald folgte Miniteich Nr. 1 zwischen der Liegefläche und dem Haus und es musste wieder ein Stück Wiese weichen. Nun liege ich umringt von Sträuchern, Gräsern und blühenden Stauden. Die Bepflanzung gestaltete sich äußerst schwierig, da sich tiefer Hausschatten (am Vormittag von meinem Haus und am Nachmittag vom Nachbarhaus) mit praller Mittagssonne abwechseln. Nach ein paar Fehlschlägen schaut die aktuelle Pflanzenliste so aus:

Kaukasus-Vergissmeinnicht

  • Brunnera macrophylla „Jack Frost“
Auch außerhalb der frühen Blütezeit ist das Laub hübsch anzusehen.

Japansegge

  • Carex morrowii „Ice Dance“
Wenn ich sie ließe, würde sie hier mit ihren Ausläufern komplett das Kommando übernehmen. Im Großen Staudenbeet steht sie in der Sonne und benimmt sich sehr viel zahmer.

Goldlack

  • Erysimum cheiri

Der Goldlack in unserem Garten gehört zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Dann kam er irgendwann aus der Mode und verschwand. Eines Tages fand ich ein Samenpackerl und seither geistert er wieder durch die Beete. Von wegen zweijährig! Ich habe jede Goldlackstaude mindestens drei bis vier Jahre. Wenn sie nach der Blüte zu verholzt ist, entferne ich sie, Nachwuchs gibt es genug.

Mädesüß

  • Filipendula ulmaria

Armenischer Storchschnabel

  • Geranium psilostemon „Dragon Heart“
 Ein echter Hingucker: große Blüten, intensive Farbe, starker Wuchs.

Storchschnabel

  • Geranium, niedrig, blau

Mazedonische Witwenblume

  • Knautia macedonica

So ein Sturschädel! Erst bekam sie ständig Mehltau, also versetzte ich sie letzten Herbst in den sonnigeren Bauerngarten. Ein paar Wurzelwinzlinge haben überlebt und jetzt blüht sie neben meinem Liegeplatz prächtiger als je zuvor (und auch üppiger als im Bauerngarten…).

Nesselkönig

  • Lamium orvala

Kronen-Lichtnelke

  • Lychnis coronaria

Sie hat sich von selbst zum Chinaschilf dazugedrängelt und behauptet ihren Platz zäh und verbissen.

Blutweiderich

  • Lythrum salicaria

Immenblatt

  • Melittis melissophyllum „Royal Velvet Distinction“

In der Gärtnerei Gaißmayer bei den Schattenstauden aufgestellt, lautete die Beschreibung (die ich erst nach dem Kauf gelesen habe) dann doch auf „Sonne bis Halbschatten“. Wir werden sehen, wie es gedeiht.

Chinaschilf

  • Miscanthus sinensis „Gracillimus“

Das Chinaschilf wuchert fröhlich vor sich hin und bedrängt seine Nachbarn. Von grazil kann keine Rede sein. Die hübschen Wedel erscheinen ab August.

Kupferhirse

  • Panicum virgatum „Rehbraun“
Auch dieses Gras fühlt sich hier sehr wohl und bildet mittlerweile einen stattlichen Horst. Neben dem wuchtigeren Chinaschilf sehen die Rispen federleicht aus und bilden an der Hausmauer aparte Schattenspiele.

Lampenputzergras

  • Pennisetum alopecuroides „Hameln“

Dieses Gras wird leider von Jahr zu Jahr kleiner und blühfauler. Entweder fehlt ihm die Sonne oder setzt ihm das Chinaschilf zu sehr zu. Es wird im Herbst auf einen besseren Platz umziehen.