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Der Kraftakt

Es begann mit einem Gartenfest, für das mein Mann voriges Jahr einen großen runden Mörtelkübel zum Kaltstellen des Bieres kaufte. Meine Assoziation zu dem schwarzen Gefäß lautete – Miniteich. Und schon begann ich einen Platz dafür zu suchen.

Der geschwungene Verlauf des Storchschnabelbeets bot sich für eine weitere runde Form an. In einer Zeitschrift hatte ich einen Miniteich gesehen, rundum einen Weidenzaun und den Zwischenraum hübsch bepflanzt. Da ich in meinem Bauerngarten gelernt habe, dass geflochtene Begrenzungen nur begrenzt haltbar sind, suchte ich etwas Dauerhafteres. Und da fiel mir mein alter Wunsch nach einer Trockenmauer wieder ein, den ich wegen des tonnenschweren Aufwands längst ad acta gelegt hatte. Aber so eine 40 cm Ziegelmauer kann doch nicht so schlimm sein?

Mein Mann reagierte verhalten, mein Sohn sagte großzügig seine Hilfe zu. Leider hält die Realität mit seinen Versprechen nicht immer mit und so kam es, wie mein Mann düster prophezeit hatte: Er musste mit mir Ziegel schleppen. 92 Ziegel x 3,8 kg macht rund 350 kg. Die nächste Hürde stellte unser Freund, der Baumeister, auf. Einfach auf die Wiese stellen wird nix, erklärte er mir, da muss ich erst einmal schottern. Also doch ein Loch ausheben und mit 150 kg Schotter füllen. Der Gärtner empfahl mir dringend, die Erde mit gut 1/3 Sand abzumagern. Also wieder die Rechenkünste ausgepackt, Fläche mal Höhe minus Volumen des Teichs… 125 kg Sand.

Jetzt hatte endlich mein Sohn Zeit für mich und erschien an einem Sonntagmorgen – mit einem Sack Gips statt des vom Baumeister empfohlenen Fliesenklebers, um der Ziegelmauer mehr Halt zu geben. Damit mussten wir den Mauerbau verschieben, aber zum Mittagessen blieb er trotzdem. Mein Mann besorgte einen Sack Fliesenkleber (25 kg) und drei Tage später ging es ans Mauern, was mein Sohn fast im Alleingang durchzog. Ich war mittlerweile ziemlich erschöpft und bewegte mich nur mehr in Zeitlupe. Nun musste nur noch die gesiebte, mit Sand gemischte Erde in den Zwischenraum – beim Sieben, Mischen und Schaufeln der geschätzten 400 kg war ich wieder allein.

40 l Teicherde und wieder einmal 25 kg Schotter waren Gott sei Dank die letzte Schlepperei dieses Projektes. Das Einsetzen der Pflanzen war dann geradezu ein Kinderspiel.

Für die Pflanzen bin ich bis ins Innviertel gefahren und das hat sich wirklich ausgezahlt. Eine bessere Beratung als in der Staudengärtnerei Sarastro kann ich mir nicht denken, die Angestellte nahm sich viel Zeit, um mit mir liebevoll und ganz nach meinen Wünschen die Bepflanzung auszusuchen. Da ich schon genug Beete und Kübel habe, die ich fast täglich gießen muss, wollte ich hier trockenliebende Kiesbeetpflanzen einsetzen. Viel Verschiedenes, ein bisschen über die Mauer soll es wachsen, aber zwischendurch auch höhere Stauden als Blickfang, farblich darf es sich nicht mit den angrenzenden Storchschnäbeln in die Wolle kriegen – alle meine Vorstellungen sind erfüllt.

Natürlich habe ich zu viel eingekauft (hat aber schon alles einen guten Platz gefunden). Die Zwergseerose habe ich doch nicht gekriegt. Trotz mehrmaligem Einsatz der Wasserwaage steht der Bottich nicht 100%ig gerade. Mein Sohn hat den Fliesenkleber großzügig in der Wiese verteilt. Und ein Ziegelstein wackelt.

Egal. Es ist der schönste Miniteich auf der Welt. 

Eure Flora

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Anonymous

    Kompliment, liebe Flora !
    Der Kraftakt hat sich ausgezahlt. Jetzt freue ich mich schon auf die Bilder, wenn die Pflanzen so richtig eingewachsen sind und ihr Bestes geben….
    Liebe Grüße
    Silva

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