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Gartenporträts

Interessierst du dich für Fotografie? Also für Blenden und Belichtungszeiten, Farbtemperatur und Brennweite? Das, was man selber einstellt, an einem richtigen Fotoapparat? Ich weiß, Handys machen wirklich tolle Fotos, aber da bin ich halt heillos altmodisch (am liebsten würde ich auch noch Photographie schreiben). Ich liebe meine Fotoausrüstung mit verschiedenen Objektiven und Filtern, meine Kamera, wo ich viel mehr einstellen kann als ich überhaupt weiß und wo ich jedes Mal, wenn ich das zugehörige Handbuch durchlese, auf neues Fachchinesisch stoße, das ich dann stundenlang google. Tatsächlich schnappe ich mir mindestens einmal im Jahr das Handbuch und lese es von vorn bis hinten durch, damit ich mit der Kamera halbwegs vertraut bleibe. Wie gesagt, sie hat so viele Funktionen, dass einige davon ständig in Gefahr sind, von mir vergessen zu werden.

Nun haltet mich bloß nicht für eine Expertin, mir geht’s mit der Fotografie so wie mit dem Garten: Ein bisschen was weiß ich mehr als Andere, aber das, was ich nicht weiß, überwiegt bei weitem. Es ist halt ein Hobby, das mir großen Spaß macht. Und damit haben die beiden, der Garten und die Fotografie schon wieder etwas gemeinsam. Was liegt näher, als sie zu verbinden, also im Garten zu fotografieren. Schließlich habe ich nirgendwo so viel Zeit für das perfekte Foto wie zu Hause (wenn ich nicht gerade eine Eidechse oder einen Schmetterling festhalten will, da nehme ich auch das Handy).

Derzeit lese ich ein tolles Buch über Gartenfotografie mit vielen Anregungen und Tipps. Da es für jede Anstrengung ohnehin viel zu heiß ist, habe ich mir heute die Kamera und das Stativ geschnappt und ein paar davon ausprobiert. Trübe Bewölkung hat den Kampf mit dem grellen Sonnenlicht überflüssig gemacht, also  blieb mir als einzige Herausforderung der Umgang mit dem Stativ. Es ist ein gutes Stativ einer angesehenen Marke und in den YouTube-Videos ist es kinderleicht aufzuklappen und auszurichten. Ich habe hingegen jedes Mal Angst, dass die Blume verblüht ist, ehe ich die richtige Position eingestellt habe. Die Biene ist auf jeden Fall weg. Deswegen verwende ich das Stativ selten und ärgere mich oft über verwackelte Aufnahmen. Je seltener ich es verwende, desto länger brauche ich zum Aufstellen… Damit ist jetzt Schluss.

Ich beschäftige mich gerne mit Makroaufnahmen und spiele mit großen Blenden herum, was den Hintergrund so herrlich verschwimmen lässt und den Betrachter auf das eigentliche Ziel hinlenkt. Hier eine Auswahl der Schnappschüsse, die mir heute gelungen sind (nur für Interessierte: Kamera Nikon D90, Objektiv 60mm 1:2,8):

Perlkörbchen
Streifenwanze auf Wilder Möhre
Rosenknospe ("Weiße Wolke")
Mauerpfeffer

Ein schwieriges Unterfangen ist es, größere Gartenabschnitte einzufangen. Bis jetzt habe ich noch keinen Weg gefunden, wie diese Fotos nicht flach und unruhig werden. Mein Nachbar hat mich jedoch auf ein Idee gebracht: Er lobte meine „Sichtachsen“, durch die mein Garten wesentlich größer aussehe als die Quadratmeterzahl angibt. Ich werde demnächst versuchen, diese Blickwinkel zu dokumentieren anstatt ganze Beete aufs Bild zu quetschen. Schließlich hat er ganz recht, ich überlege mir bei jedem neuen Projekt, wie es von der Terrasse, vom Kaffeehausplatz oder vom Weg her wirken wird. Was nützt schließlich das schönste Beet, wenn es nicht DEN einen Platz gibt, von dem aus es seine Schokoladenseite zeigen kann?!

Ich finde es auch interessant, den Wandel zu zeigen, also nicht nur die hübschen Blüten, sondern auch Verwelktes oder Samenstände zu fotografieren. Im September gibt es also noch viel zu tun. Es wird spannend.

Eure Flora

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